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Forstschäden-Ausgleichsgesetz und Holzeinschlagsbeschränkungsverordnung 2021

Häufig gestellte Fragen und Antworten (FAQ´s)

Die Hinweise auf dieser Seite beziehen sich auf folgende Rechtsgrundlagen:

  1. Forstschäden-Ausgleichsgesetz - Gesetz zum Ausgleich besonderer Schadensereignisse in der Forstwirtschaft (ForstSchAusglG)
  2. Verordnung über die Beschränkung des ordentlichen Holzeinschlags in dem Forstwirtschaftsjahr 2021 (HolzEinschlBeschV2021) vom 14. April 2021

Die Nutzung der Inhalte erfolgt mit freundlicher Genehmigung durch das Bayrische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF).

Durch die „Holzeinschlagsbeschränkungsverordnung 2021“ des Bundes (im Folgenden „Verordnung“) sollen nach dem massiven kalamitätsbedingten Preisverfall der letzten Jahre bei Rundholz aus dem Wald die Preise stabilisiert werden.

Das Inkrafttreten der Verordnung ermöglicht zudem Steuererleichterungen für private Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, soweit die steuerlichen Vorgaben eingehalten sind. Dadurch können die zum Teil erheblichen, schadensbedingten Vermögensverluste der letzten Jahre abgemildert werden.

Die Beschränkung des regulären Einschlags auf 85 % gilt nur für die Baumart Fichte.

Ein Nadelöhr in der öffentlich diskutierten knappen Holzversorgung ist im Wesentlichen die Sägekapazität und die Belieferung der Schnittholzmärkte, nicht die Versorgung mit Rundholz.

Holz aus Sachsen ist nachhaltig ausreichend verfügbar.

Mittelfristig kann eine Stärkung regionaler Liefer- und Wertschöpfungsketten, eine optimierte Lagerhaltung sowohl im Rundholz als auch Schnittholzsektor, als auch eine breitere Verwendung von Borkenkäferhölzern im Holzbau zu einer Entspannung der Situation beitragen.

Die Verordnung wurde im Bundesgesetzblatt am 22.04.2021 verkündet. Sie trat am 23.04.2021 (= Tag nach der Verkündigung) in Kraft.

Gültigkeit rückwirkend vom 1.10.2020 bis zum 30.09.2021 (Forstwirtschaftsjahr 2021).

Überschreitungen vor Inkrafttreten der Verordnung, stellen keine Ordnungswidrigkeit dar.

Begrenzt wird der ordentliche (=reguläre, Erläuterung siehe unten) Einschlag bei Fichte auf 85 Prozent gegenüber dem 5-Jahres Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2017 (die 85-Prozentgrenze bei Fichte kann überschritten werden, solange der Gesamthiebssatz (alle Baumarten) unter 70 Prozent des festgesetzten Hiebssatzes liegt).

Der zwischen dem 01.10.2020 und dem 23.04.2021 schon getätigte, ordentliche Einschlag ist anzurechnen.

Ab dem 1. Oktober 2021 gilt keine Einschlagsbeschränkung mehr. Eine Verlängerung der Verordnung ist nicht vorgesehen.

Ja, Überschreitungen, die ab dem 23.04.21 erfolgen, stellen nach § 2 der HolzEinschlBeschrV2021 bei vorsätzlichem oder fahrlässigem Handeln Ordnungswidrigkeiten dar. Holz, das entgegen der Beschränkung eingeschlagen worden ist, wäre als illegal geschlagen anzusehen und darf nicht in Verkehr gebracht werden. Überschreitungen vor Inkrafttreten der Verordnung, also vor dem 23.04.2021, stellen keine Ordnungswidrigkeit dar.

Das ForstSchAusglG unterscheidet zwischen ordentlichem Holzeinschlag und außerordentlichen Holznutzungen. Der ordentliche Holzeinschlag umfasst den planbaren, regulären Holzeinschlag.

Folgende Hiebe unterliegen nicht dem planbaren Einschlag und sind insoweit außerordentlich (nicht abschließende Aufzählung) und werden somit im Zeitraum, in dem die Einschlagsbeschränkung gilt, nicht auf die 85 % des regulären Einschlags angerechnet:

  • Hiebe im Zusammenhang mit einer Waldumwandlungsgenehmigung
  • Aus biotischen oder abiotischen Gründen, schadbedingte Einschläge (z.B. Käferholz)
  • Verkehrssicherungsmaßnahmen
  • Hiebsmaßnahmen im Zusammenhang mit Wegebauten

Die Beurteilung, ob es sich bei der Hiebmaßnahme um einen außerordentlichen Holzeinschlag handelt oder nicht, obliegt grundsätzlich dem Waldbesitzer. Im Rahmen der kostenlosen Beratung durch den/die zuständige Revierförster*in können Sie sich bei der Beurteilung jedoch unterstützen lassen. Im Zweifelsfall sollten Sie von diesem Angebot unbedingt Gebrauch machen.

Einschlagsbeschränkungen werden stets für das Forstwirtschaftsjahr angeordnet. Bei der Berechnung des Prozentsatzes (des ordentlichen Holzeinschlags) ist laut BMEL der durchschnittliche Einschlag der Jahre 2013 bis 2017 der Holzart Fichte zugrunde zu legen. Dabei wird unterstellt, dass es sich hierbei um Jahre mit normalem Einschlag handelt. Normal ist an der Stelle der ordentliche Einschlag zuzüglich dem üblicherweise außerordentlichem Holzeinschlag. Sofern in einem Betrieb in dem genannten Zeitraum kalamitätsbedingt Über- oder Unternutzungen erfolgten, ist ein anderes durchschnittliches Jahr heranzuziehen. Bei Betrieben, die nicht das Forstwirtschaftsjahr anwenden, sind die jeweiligen Wirtschaftsjahre/Kalenderjahre des Betriebes heranzuziehen.

  • Bei aussetzenden Betrieben ist es möglich, den Durchschnitt aus anderen vier zurückliegenden Jahren mit „normalem“ Einschlag als Bezugsgröße heranzuziehen.
  • Oder, sofern der Einschlag in diesen Betrieben nicht hinreichend dokumentiert ist, kann ein Hiebsatz analog der einkommensteuerrechtlichen Regelung von 5 Erntefestmetern ohne Rinde je Hektar bei der Berechnung zu Grunde gelegt werden.

Alle Sorten der Holzart Fichte sind heranzuziehen, sofern sie verbucht wurden. Also auch sogenanntes X-Holz bzw. NH-Holz.

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