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Zertifikat Waldpädagogik

Waldpädagogik bzw. forstliche Umweltbildung sind wichtige Instrumente, um der Öffentlichkeit und besonders jungen Menschen Wissen um und Verständnis für den Wald nahe zu bringen. Im Rahmen der Umsetzung des UN-BnE-Aktionsplanes leistet die Waldpädagogik durch zunehmende Vermittlung von Gestaltungskompetenzen und Förderung des Bewusstseins für nachhaltiges Wirtschaften einen bedeutenden Beitrag.

Ziel des Zertifikatslehrgangs ist die Fortbildung von Anbietern waldpädagogischer Themen auf Basis der von den Forstverwaltungen der Länder anerkannten Qualitätsstandards.

Um das Potenzial einer Bildung im und über den Wald nutzen zu können, bedarf es spezifischer naturwissenschaftlicher und pädagogischer Kenntnisse. Nicht nur Daten und Fakten zum Wald sollen vermittelt, sondern auch erlebnisorientierte und emotionale Zugänge zum Lebensraum Wald ermöglicht werden.

Eine durch die Forstchefkonferenz beauftragte bundesländerübergreifende Arbeitsgruppe formulierte solche Qualitätsstandards als Mindestanforderungen und konzipierte darauf aufbauend den Lehrgang »Zertifikat Waldpädagogik«
Im April 2007 verpflichteten sich die Forstchefs der Länder zur gegenseitigen Anerkennung der jeweiligen Zertifikatsabschlüsse bzw. zur Umsetzung des Zertifikatslehrgangs gemäß der gemeinsam festgelegten Rahmenregelungen und Mindeststandards.
Durch den Staatsbetrieb Sachsenforst und die Akademie der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt werden seit 2011 Lehrgänge zur Erlangung des Zertifikats durchgeführt.

Voraussetzungen für die Teilnahme an der Fortbildung

Die Bewerberinnen/Bewerber müssen als Voraussetzung zur Teilnahme an der Fortbildung eine abgeschlossene Ausbildung (Berufsausbildung oder Studium) nachweisen.
Bei bestehender persönlicher Eignung in Verbindung mit z. B. Berufserfahrung ohne abgeschlossene Ausbildung, langjährigem ehrenamtlichem Engagement, einem erfolgreichen Natur- und Umweltpädagogikabschluss anderer Institutionen oder für Studierende einschlägiger Fachrichtungen können hiervon Ausnahmen zugelassen werden. Die Ausnahmeregelung kann mit Auflagen versehen werden. Die Entscheidung trifft die Zulassungsstelle bei Sachsenforst.

Ein Förster zeigt Kindern Borkenkäfer auf einem Stück Baumrinde

Interesse / Anmeldung

Die Bewerbung zur Teilnahme an der Fortbildung ist jederzeit möglich. Interessenten kontaktieren bitte die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt (siehe Kontaktbox). Hier erhalten sie auch weitere Informationen zum Lehrgang. 

Die Anmeldung zur Fortbildung hat schriftlich bei der LaNU zu erfolgen. Mit der Bewerbung sind der Nachweis über eine abgeschlossene Ausbildung, ein tabellarischer Lebenslauf, ein Schreiben zu persönlichen Beweggründen der Teilnahme an der Fortbildung sowie ggf. der Antrag auf Erlass eines Grundmoduls und Angaben zu bisherigen Aktivitäten im Bereich Waldpädagogik einzureichen.
Die Teilnehmerauswahl erfolgt nach Möglichkeit jeweils bis Ostern des Jahres, in dem ein neuer Kurs beginnt..

Ablauf des Lehrganges

Die Fortbildung besteht aus Grund-, Pflicht- und Wahlmodulen.

Um die erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten in der Praxis unter fachkundiger Begleitung zu trainieren und zu reflektieren, ist ein Praktikum im Umfang von mindestens fünf Tagen (40 Stunden) bei einer anerkannten Umweltbildungseinrichtung zu absolvieren. Das Praktikum muss nicht zwingend an fünf zusammenhängenden Tagen durchgeführt werden. Die Anerkennung der Umweltbildungseinrichtungen obliegt dem Staatsbetrieb Sachsenforst.

Bisher wurden folgende Umweltbildungseinrichtungen anerkannt:

 

Sollten Sie Ihr Praktikum in einer anderen Umweltbildungseinrichtung Sachsens durchführen wollen, so richten Sie bitte einen formlosen Antrag der Umweltbildungseinrichtung zur Anerkennung als Praktikumsbetrieb im Rahmen einer Waldpädagogik-Zertifikats-Fortbildung an den Staatsbetrieb Sachsenforst, Referat 12.

Nach Erbringung aller Vorleistungen muss eine abschließende Prüfung, bestehend aus der praktischen Durchführung einer waldpädagogischen Veranstaltung einschließlich Planung/Vorbereitung und Reflexion/Diskussion, abgelegt werden.

Bei bestandener Prüfung erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft und dürfen sich »Staatlich zertifizierte/-r Waldpädagogin/Waldpädagoge« nennen.

 

Kursinhalte

Forstlich-ökologisches Grundmodul (3 Tage)

  • Der Wald als Ökosystem und seine Funktionen
  • Waldfauna und –flora
  • Bewirtschaftung des Waldes

Pädagogisch-methodisches Grundmodul (3 Tage)

  • Pädagogische Grundlagen
  • Methodik und Didaktik
  • Die Gruppe

Eine abgeschlossene forstliche Ausbildung ersetzt das Grundmodul „forstliche und ökologische Grundlagen“, eine absolvierte pädagogische Ausbildung ersetzt das Grundmodul „pädagogische und methodische Grundlagen“.

Unabhängig davon wird die Teilnahme am kompletten Kurs empfohlen.

Modul A „Forstlich ökologischer Aufbaukurs (2 x 3 Tage)

  • Einführung in die Entwicklungspsychologie
  • Vertiefung/ Erweiterung der Kenntnisse aus dem Grundmodul unter Berücksichtigung der Anwendung waldpädagogischer Aktivitäten für folgende Zielgruppen:
    • Kindergarten
    • Grundschule, Klasse 5/6
    • Klasse 7 bis 10, Sekundarstufe II
    • Förderschule
    • Erwachsene, Senioren

Modul B „Pädagogisch-methodischer Aufbaukurs“ (3 Tage)

  • Allgemeine Pädagogik, Leitbild
  • Methodik/ Didaktik - Vertiefung
  • Der Leiter und die Gruppe

Modul C „Rechtliche und organisatorische Aspekte“ (2 Tage)

  • Rechtsgrundlagen und Haftung
  • Grundzüge der Organisation

Modul D „Wahlpflichtkurse“ (mind. 3 Tage)

  • Nachweis der Teilnahme an mindestens 3 freien Fortbildungsangeboten
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