Laufbahnausbildung Forstinspektoranwärter/-in
Ausbildung für die Laufbahngruppe 2; Einstiegsebene 1 Agrar-/Forstverwaltung – Schwerpunkt Forstdienst (ehemals gehobener Forstdienst)
Damit Sie in der sächsischen Forstverwaltung arbeiten können, müssen Sie eine Laufbahnbefähigung nachweisen. Sie wird durch einen einjährigen Vorbereitungsdienst (Forstinspektoranwärterjahr) mit anschließend bestandener Laufbahnprüfung erworben.
Ziel des Vorbereitungsdienstes ist es, Forstinspektoranwärter/-innen so zu befähigen, dass sie die Aufgaben des Forstdienstes in der Laufbahngruppe 2.1 selbstständig sowie eigenverantwortlich wahrnehmen können und im forstlichen Berufsfeld vielseitig verwendbar sind.
Die Ausbildung ermöglicht den Forstinspektoranwärtern/-innen, ihr im Studium erworbenes Fachwissen in der Praxis anzuwenden und zu vertiefen.
Sachsenforst stellt jährlich circa 25 Forstinspektoranwärter/-innen für diesen Vorbereitungsdienst ein. Sie sind während der Ausbildung Beamte auf Widerruf.
Die Laufbahnausbildung bei Sachsenforst können Sie absolvieren, wenn Sie
- mindestens einen Bachelor of Science oder einen gleichwertigen Abschluss im forstwirtschaftlichen oder forstwissenschaftlichen Studiengang erworben haben,
- während des Studiums Kenntnisse in den Fächern Waldbau/Waldökologie, Bodenkunde/Standortlehre, Forsteinrichtung, Waldschutz, Naturschutz, Landschaftspflege, forstliche Betriebswirtschaftslehre, Forsttechnik, Forstnutzung, allgemeine und fachbezogene Rechtsgrundlagen sowie Wildtiermanagement und Jagd erlangt haben,
- entweder eine Forstwirtausbildung abgeschlossen oder Praktikumszeiten im Umweltbereich mit einer Dauer von mindestens sechs Wochen, ein Freiwilliges Ökologisches Jahr oder einen Bundesfreiwilligendienst abgeleistet haben,
- im Besitz eines gültigen Jagdscheins nach dem Bundesjagdgesetz sind,
- im Besitz eines gültigen Führerscheins der Klasse B sind und
- die nach den allgemeinen beamtenrechtlichen Bestimmungen erforderlichen persönlichen Voraussetzungen für die Berufung in das Beamtenverhältnis erfüllen.
Die Bewerbungsfrist endet am 31. Juli des Einstellungsjahres. Ausbildungsbeginn ist jeweils der 1. Oktober des Einstellungsjahres.
Die Bewerbungen sind schriftlich zu richten an:
Staatsbetrieb Sachsenforst
Geschäftsleitung
Referat 12 - Aus-, Fort- und Umweltbildung
Bonnewitzer Straße 34
01796 Pirna OT Graupa
Folgende Unterlagen sind erforderlich und der Bewerbung beizufügen:
- ein Lebenslauf (siehe Formblatt A)
- das Zeugnis der Fachhochschulreife oder der Nachweis eines als gleichwertig anerkannten Bildungsabschlusses
- das Zeugnis über die Abschlussprüfung (siehe Zulassungsvoraussetzungen) inkl. Urkunde
- der gültige Jagdschein
- ggf. Nachweise über berufliche Tätigkeiten und Dienstzeugnisse (z. B. Zeugnis der abgeschlossenen Lehrausbildung, Praktikumsbescheinigungen)
- eine Erklärung des Bewerbers darüber, ob gegen ihn ein gerichtliches Strafverfahren, ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren oder ein Disziplinarverfahren anhängig ist (Formblatt B)
- ein Führungszeugnis zur Vorlage bei einer Behörde nach § 30 Abs. 5 des Gesetzes über das Zentralregister und das Erziehungsregister, das bei der Entscheidung über die Zulassung nicht älter als sechs Monate sein soll. Das Führungszeugnis ist von dem Bewerber/der Bewerberin bei der Meldebehörde zur Vorlage beim Staatsbetrieb Sachsenforst zu beantragen.
- eine Kopie des gültigen Führerscheins der Klasse B.
Die unter Nr. 3 und 4 genannten Unterlagen sind als amtlich beglaubigte Kopien oder Abschriften beizufügen.
Es werden nur vollständige Bewerbungsunterlagen berücksichtigt.
Der Vorbereitungsdienst gliedert sich in folgende Ausbildungsabschnitte:
| Ausbildungsabschnitt | Thema | Dauer |
|---|---|---|
| I | Forstbezirk | 9 Monate |
| II | Landkreis/kreisfreie Stadt | 1 Monat |
| III | Forstverwaltung | 1 Monat |
| IV | Laufbahnprüfung | 1 Monat |
Den Abschluss des Vorbereitungsdienstes bildet die Laufbahnprüfung mit schriftlicher Prüfung, Waldprüfung und mündlicher Prüfung. Mit Bestehen der Prüfung erwerben die Forstinspektoranwärter/-innen die Befähigung für eine Laufbahn in der 1. Einstiegsebene der Laufbahngruppe 2, Agrar-/Forstverwaltung - Schwerpunkt Forstdienst (ehemals gehobener Forstdienst).
- Während des Vorbereitungsdienstes erhalten Sie Anwärterbezüge in Höhe von derzeit monatlich 1.583,69 € (brutto). Nach den jeweils geltenden Bestimmungen können zusätzlich Zuschläge gewährt werden.
- Für die dienstliche Nutzung des privaten PKW werden Ihnen Kilometer-Entschädigungen entsprechend dem Sächsischen Reisekostengesetz in Höhe von 35 Cent je Kilometer gewährt.
- Weiterhin werden Sie während des Vorbereitungsdienstes mit persönlicher Schutzausrüstung ausgestattet.
Nach der erfolgreich abgeschlossenen Laufbahnausbildung bestehen für Absolventen/-innen Einsatzmöglichkeiten als Revierförster/-in, zum Teil als Sachbearbeiter/-in und Verwaltungsstellenleiter/-in in den Forstbezirken und Schutzgebietsverwaltungen von Sachsenforst. Aber auch die Tätigkeiten als Leiter/-in einer Baumschule bzw. eines Waldschulheims, als Sachbearbeiter/-in in der Geschäftsleitung von Sachsenforst oder in den Fachreferaten des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft sind interessante Aufgaben.
Der/die Leiter/-in eines Forstreviers hat vielfältige Aufgaben zu erfüllen, u. a. ist er/sie verantwortlich für:
- das Auszeichnen
- die Anleitung der Waldarbeiter
- die Organisation der Maschineneinsätze
- die Beratung und Betreuung von Waldbesitzern
- die Wildbewirtschaftung
- die Waldpädagogik
In den sächsischen Forstbezirken und Schutzgebietsverwaltungen arbeiten zudem spezialisierte Sachbearbeiter/-innen, z. B. in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit/Waldpädagogik, Forstförderung, Waldökologie/Naturschutz, Holzverkauf/Jagd, Forsttechnik/Wegebau und Liegenschaften.
Einsatzmöglichkeiten außerhalb der staatlichen Forstverwaltung bieten sich unter anderem in größeren privaten und kommunalen Forstbetrieben, bei der Bundesforstverwaltung, bei den Landkreisen und Kreisfreien Städten (Untere Forstbehörde) sowie bei forstlichen Lohnunternehmen oder im Bereich der holzverarbeitenden Industrie und des Holzhandels.