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Steinmarder

Der Steinmarder – Autofan und Klettermeister

Springender Steinmarder © Foto: scigelova, istockphoto.com

Der Steinmarder ist eine Raubtierart aus der Familie der Marder. Man entdeckt ihn häufig in der Nähe von Menschen, weil er gerne in Dachböden oder Scheunen wohnt und Küchenabfälle nascht. Aber auch Autos findet der Steinmarder ganz toll: Manchmal nächtigt er unter der Motorhaube und nagt an Gummiteilen oder Kabeln herum! Daher wird er umgangssprachlich auch als „Automarder“ bezeichnet.

Fakten to go

Lateinischer Name:  Martes foina – auch bekannt als Dachmarder, Hausmarder, Automarder
Farbe: grau-braunes Fell, buschiger Schwanz
Besonderes Merkmal: zerbeißt gerne Autokabel!
Größe: Kopf-Rumpf-Länge 35 bis 55 cm
Gewicht: 1 bis 1,8 kg
Nahrung: Allesfresser, mit Spezialisierung auf Fleisch; verspeist Kleinsäuger, Vögel, Eier, Insekten, Amphibien, aber auch Beeren und Obst sowie Küchenabfälle und Katzenfutter
Feinde: Greifvögel
Lebenserwartung: bis zu 15 Jahre
Tragzeit: neun Monate
Anzahl Jungtiere: 3 bis 4
Männliches Tier: Rüde
Weibliches Tier Fähe
Jungtier: Welpe
Wo anzutreffen: offene Flächen mit Deckung, Parks, Gärten
Verbreitung: Europa (außer Skandinavien und Britische Inseln), Zentralasien
Weltkarte mit farblich markierten Verbreitungsgebieten
Verbreitung des Steinmarders 

Der Marder und das Auto

Der Steinmarder ist ein sogenannter Kulturfolger. Das heißt, er hält sich gern in der Nähe von uns Menschen auf. Das ist uns allerdings nicht immer recht – schon gar nicht, wenn er in unseren Autos wütet und Kabel zerbeißt. Aber warum macht er das? Kurz und knapp: Um sein Revier zu verteidigen. Ist ein Steinmarder auf Partnersuche, schläft er gerne unter der Motorhaube und hinterlässt dort seine Duftmarke. Wenn das Auto dann im Revier eines anderen Marders parkt, erschnüffelt jener den vermeintlichen Eindringling: Und schlägt vor lauter Wut alles kurz und klein!

Ein Marder sieht rot

Aber nicht nur beim Konkurrenzkampf mit seinen Artgenossen sieht der Steinmarder schnell rot. Auch bei der Nahrungssuche kann er sich manchmal nur schwer beherrschen. Wenn er nämlich auf zu viel Beute auf einmal stößt, wie beispielsweise in einem Hühnerstall. Dann kommt es zu einer unkontrollierten Reizüberflutung – und der Marder verfällt in einen wahren Jagdrausch. Dabei erlegt er instinktiv alle Tiere, obwohl er am Ende nur wenige verspeist.

Der Mitbewohner unterm Dach

Der Steinmarder wohnt gerne in Dachböden – ein toller Unterschlupf, den er sich durch seine hervorragenden Kletterkünste ermöglicht. Das kleine Raubtier kann seine Füße bis zu 180 Grad verdrehen und über zwei Meter weit springen, wodurch das Erklimmen von Bäumen oder Fallrohren von Regenrinnen ein Klacks ist. Aber nicht nur das: Marder können sogar schwere Dachziegel hochdrücken, um sich unbefugten Zugang ins Haus zu verschaffen.

Die Keimruhe

Bemerkenswert beim Marder ist auch seine Ausdauer beim Paarungsakt. Dieser kann sich nämlich über 48 Stunden hinziehen, wobei sich die Partner mehrmals paaren. Aber die Fortpflanzung bei Mardern hält noch eine Besonderheit bereit: Wurde die Eizelle im Sommer erfolgreich befruchtet, erfolgt zunächst eine sogenannte „Keimruhe“. Das heißt, die Eizelle nistet sich zwar schon in der Gebärmutter der Fähe ein, entwickelt sich jedoch erst nach dem Winter weiter. Dadurch ergibt sich eine ziemlich lange Tragzeit: Ganze neun Monate dauert es, bis drei bis fünf Welpen das Licht der Welt erblicken.

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