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Weißes Rotwild

Das weiße Rotwild – fast so selten wie das Einhorn

Weisser Rothirsch mit Alttier © Foto: Kathleen Pfennig

Weißes Rotwild ist etwas ganz Besonderes. Die weißen Hirsche sehen zwar anders aus als ihre rötlich-braunen Wild-Verwandten, aber bis auf die beeindruckende Farbe unterscheiden sie sich kaum von ihnen. Außer natürlich, was ihre Anzahl auf unserem Planeten angeht – denn noch seltener als die Hirsche mit dem hellen Haar ist wohl nur noch das Einhorn.

Fakten to go

Lateinischer Name:  Cervus Elaphus – auch bekannt als Blesswild
Farbe: weiß
Besonderes Merkmal: weißes Fell
Größe: bis zu 150 cm
Länge: 100 bis 210 cm
Gewicht: 100 bis 220 kg
Nahrung: Gräser, Kräuter, Laub, Nadeln, Knospen, Triebe
Feinde: Wolf, Braunbär
Lebenserwartung: 15 bis 20 Jahre
Tragzeit: acht Monate
Anzahl Jungtiere: 1 (selten Zwillinge)
Männliches Tier: Rothirsch
Weibliches Tier Alttier/Hirschkuh
Jungtier: Kalb (Hirschkalb, Wildkalb)
Wo anzutreffen: Wälder, Gras- und offene Waldlandschaften
Verbreitung: Europa, West- und Zentralasien, Nordafrika, Nordamerika, Australien, kommt durch Auswilderung jetzt auch in Südamerika (Argentinien) und Neuseeland vor

Tausendundein Hirsch

So ganz genau weiß heute niemand, wann die weißen Hirsche auftauchten und woher sie kamen. Wahrscheinlich wurden sie vor über vierhundert Jahren aus dem Orient nach Deutschland verschifft. Dort waren die Menschen fasziniert von ihrem märchenhaften Aussehen. Natürlich konnte sich nicht jeder ein so seltenes und bezauberndes Tier leisten, das blieb Fürsten und Königen vorbehalten. Sachsens Kurfürsten etwa hielten sich seit dem 17. Jahrhundert weiße Hirsche – sie sind hier also schon alte Bekannte. In Dresden trägt ein berühmter Stadtteil den einprägsamen „Weißer Hirsch“.

Weiß einer, warum sie weiß sind?

Die weißen Hirsche sind zwar etwas blass, aber ansonsten kerngesund. Eigentlich sind die weißen Hirsche ja Rotwild, wenn man mal von ihrer Farbe absieht. Der Grund für die ungewöhnliche Färbung sind die Gene. Nur ganz wenige Hirsche tragen das Erbgut für weißes Fell in sich. Und damit ein weißer Hirsch entsteht, müssen die beiden Eltern das Gen für die weiße Farbe in sich tragen. Kein Wunder, dass die beeindruckenden Tiere so selten sind.

Aberglaube als bester Schutz

Eigentlich müssten die wenigen weißen Hirsche, die es in der freien Wildbahn gibt, ja eine äußerst beliebte Trophäe für Jäger sein. Rein rechtlich gesehen dürften sie auch gejagt werden. Gäbe es da nicht diese alte Sage, die abergläubische Jäger bis heute davon abhält, weißes Rotwild zu töten: Angeblich soll jeder, der einen weißen Hirsch tötet, innerhalb eines Jahres sterben. Ob das stimmt? Man weiß es nicht, aber wer will so ein Risiko schon eingehen?

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