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Marderhund

Der Marderhund – Allesfresser aus Japan

Porträt eines Marderhundes © Foto: Sabine Frey

Dem Waschbären ähnlich, aber noch nicht einmal verwandt sind die beiden! Der Marderhund ist ein Einwanderer und hat sich bei uns aber schon recht gut integrieren können.

Fakten to go

Lateinischer Name:  Nyctereutes procyonoides – auch bekannt als Tanuki und Enok
Farbe: grau und dunkelbraunes Fell
Besonderes Merkmal: dunkle Gesichtsmaske, zwischen den Augen einen hellen Streifen, Backenbart
Größe: 20 bis 30 cm
Länge: 50 bis 65 cm
Gewicht: 4 bis 10 kg
Nahrung: Vögel, Nagetiere, Fische, Insekten und Früchte
Feinde: Luchs, Wolf, Braunbär
Lebenserwartung: 6 bis 8 Jahre
Tragzeit: 60 Tage
Anzahl Jungtiere: 5 bis 10
Männliches Tier: Rüde
Weibliches Tier Fähe
Jungtier: Welpe
Wo anzutreffen: Wald
Verbreitung: Europa, Ostasien
Weltkarte mit farblich markierten Verbreitungsgebieten
Verbreitung des Marderhundes 

Vom anderen Ende der Welt

Enok oder Tanuki, wonach klingt das wohl? Richtig, Japan. Dort gilt der Kleine als Liebling und die Japaner stellen sogar Statuen für ihn auf! Immerhin sind die weiblichen Marderhunde nur 60 Tage schwanger und bekommen dann gleich fünf Kinder auf einmal. Jedenfalls haben sie sich irgendwann dazu entschieden, die Welt zu erkunden und sind über Sibirien bis nach Europa gekommen.

Verdrängungskampf in freier Natur

Der Marderhund ist ein Neozoon. Das heißt, er entwickelte sich nicht bei uns, sondern wurde erst später heimisch. Dadurch hat er hier kaum natürliche Feinde. Der Marderhund könnte das heimische Ökosystem aus dem Gleichgewicht bringen. Um dies präventiv zu verhindern, wird der Marderhund in freier Wildbahn regulierend bejagt.

Ein ausgewogener Ernährungsplan

Marderhunde gelten als waschechte Allesfresser. Im Sommer und Herbst bevorzugen sie vegetarische Kost, also Beeren, Eicheln und Früchte. Ab und zu auch mal ein paar Insekten oder Frösche. Im Winter werden sie aber schwach, es gibt ja auch kein frisches Obst! Also kommen bei ihnen Spitzmäuse, Maulwürfe oder auch mal ein Vogel auf den Tisch.

Für immer eins

Vom modernen Trend der offenen Beziehungen halten die Marderhunde offenbar gar nichts. Sie leben in treuer Partnerschaft zusammen, und zwar bis ans Ende ihrer Tage. Jedes Jahr zwischen Februar und März paaren sie sich und bekommen dann vier bis acht Junge.

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